Sonntag, 18. Januar 2026

Was erlaube Merz?

Was der Bundeskanzler Merz so im Laufe eines Tages von sich gibt, ist in aller regel nicht von großem Nachdenken geprägt, eher von impulsiv von sich gegebenen Äußerungen, die weder Zusammenhänge berücksichtigen, oder auch nur auf Tatsachen beruhen! Die Deutschen sind zu faul, verdienen zu viel, haben zu viel Urlaub und erst recht viel zu viele Feiertage übers Jahr verteilt. Dazu kommt auch noch das berühmt-berüchtigte "Krankfeiern", das man immer dann aus dem Hut zaubert, wenn man den Arbeitgebern gefallen möchte! 

Deren Hauptberufliche Tätigkeit beschränkt sich dabei aber nicht nur auf das ständige Jammern über zu hohe Steuern, zu hohe Löhne, zu viel Freizeit in Form von Urlaub, Krankheit und Feiertagen, nein, auch die undankbaren Arbeitnehmer nehmen mit ihrem Unwillen, freiwillig nicht unbezahlt länger arbeiten und dann auch noch vor dem Tod viel zu früh in die rente zu verschwinden, ganz klar! Würden die Leute sozialverträglich mitten im Arbeitsleben früh- oder auch spätableben (solange sie dabei noch in den Arbeitsprozess eingebunden sind!), wäre das schon okay. Okayer als jetzt, wo die Leute tatsächlich davon ausgehen, sie könnten ihren Ruhestand und die (mittlerweile auf nur noch 48 % gesunkenen Renten!) mehrere Jahre lang genießen!

Stürbe man beizeiten, würde das die Rentenkassen entlasten, die Beiträge, an denen sich die Arbeitgeber auch noch mit beteiligen müssen, das wäre eine Freude. Sicher würde deswegen nicht ein Arbeitnehmer mehr einbezahlen, aber man könnte noch eine ganze Menge versicherungsfremde Leistungen über die Rentenkassen finanzieren - anstatt alle zu verpflichten, in den rententopf einzubezahlen, sio wie das in anderen Ländern problemlos möglich war und ist!

Und nun also die elenden Krankfeierer in den Unternehmen, die uns doch einfach nur Arbeit und Wohlstand bieten wollen. Freilich ohne Verpflichtung und erst recht ohne Kündigungsschutz, das versteht sich ja wohl von selbst! Die Wirtschaft beutet (nach deren meinung!) keine Menschen aus, sie bietet Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen. Sie sorgen mit ihrem Wirken für Sicherheit udn Einkommen. Dass die Firmenchefs dabei nicht schlecht verdienen und nebenher auch noch gewisse Privilegien genießen, die einfach sein müssen (Dienstwagen!) sind für sie lediglich Gegenstand von Neiddebatten und darüber hinaus muss der Sozialstaat endlich deutlich zurückgestutzt werden, denn der zerstört die Marktwirtschaft!

Nun sorgt die Kassenärztliche Vereinigung mit ihren steilen Thesen dafür, dass solches Geschwätz neuen Auftrieb erhält und genau das bestätigt, nämlich das Merz recht hat, wenn er sagt, die Deutschen seien zu faul und ständig krank! Ich meine, mal so ganz nebenbei, wenn ich wie Merz, mein berufliches Leben damit verbrächte, meinen knochigen Oasch in irgendeinem ledernen Fauteuil in einem herrlich klimatisierten Büro zu drücken, könnte ich a.) sicher auch bis 70 oder 80 "arbeiten" und b.) große Reden schwingen, dass dieses faule Arbeiterpack einfach viel zu oft krank ist und zum Ausgleich dafür Karenztage fordern, die Arbeitszeiten entgrenzen, was natürlich gleichzeitig auch eine völlige Enthemmung der Arbeitgeber zur Folge hätte!

Ansonsten hält sich Merzen´s "Wirtschaftspolitik", seine Versuche die Wirtschaft anzukurbeln, mit was auch immer, in ziemlich engen Grenzen. Denn die Arbeitgeber fordern auch mit einer bewundernswerten Beständigkeit eine noch viel deutlichere Privatisierung von Gewinnen und eine Sozialisierung von Verlusten, sowie deutlich höhere Subventionen zu Gunsten der Wirtschaft und auch mehr staatliche "Investitionen"! Gar keine Frage!

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