Das Wunder vom Bahnsteig: Wie die DB trotz Verspätungen Millionen scheffelt
Es ist Donnerstag, der 30. Juli 2026 – und aus den Vorstandsetagen der Deutschen Bahn schallt jubelnder Korkenknall! Die Tagesschau vermeldet heute das betriebswirtschaftliche Wunder des Jahres: „Bahn erstmals seit sieben Jahren mit Gewinn!“ Sagenhafte 147 Millionen Euro Gewinn weist die Halbjahresbilanz aus. Nach Jahren des munteren Miese-Machens erstrahlt der Konzern plötzlich wieder in tiefstem Schwarz!
Man muss sich diese betriebswirtschaftliche Glanzleistung einmal auf der Zunge zergehen lassen. Wie hat der Vorstand dieses Finanzwunder zustande gebracht? Durch pünktliche Züge? Funktionierende Klimaanlagen? Oder gar saubere Toiletten? Wo kämen wir da hin! Das Erfolgsrezept ist so simpel wie genial: Man streicht das Zugpersonal zusammen, spart die Infrastruktur vollends kaputt und vertraut einfach auf die stoische, schmerzfreie Leidensfähigkeit des deutschen Steuer- und Fahrgasts. Wer trotz vier Stunden Zugausfall im Regen am Bahnsteig stehen bleibt und klaglos das Ticket zahlt, ist schließlich der perfekte Kunde!
Auf dem Strich stehen die Mitarbeiter
Während Frau Palla und die Vorstandsetage stolz auf die 147 Millionen Euro unter dem Strich verweisen, stehen die eigentlichen Leidtragenden sprichwörtlich auf dem Strich: Die Bahn-Mitarbeiter an den Schaltern, in den Werkstätten und auf den Zügen. Sie dürfen den täglichen Frust der Passagiere abfangen, während bei jeder Forderung nach angemessener Bezahlung reflexartig das große Geul und Zähneklappern in der Teppichetage einsetzt. „Wir haben doch kein Geld!“, hieß es jahrelang. Jetzt ist die Kohle da – aber für die Belegschaft bleibt gewohnt nur der feuchte Händedruck!
Doch die eigentliche Gefahr lauert bereits in Berlin. Denn im Kanzleramt sitzt bekanntermaßen die hauseigene „Fritz-Box“ Friedrich Merz. Wenn der Sauerländer Patron mitbekommt, dass bei der Bahn wieder flüssiges Kapital auf dem Konto liegt, ist der Greifreflex nicht weit!
Mit der DB-Rendite ab ins Einhorn-Startup!
Im Gegenzug für die Milliarden aus dem Sondervermögen könnte die Bundesregierung die 147 Millionen doch direkt absaugen und nach bester BlackRock-Manier in hochspekulative Risiko-Startups stecken! Schließlich wird den künftigen Rentnern beim Thema Eigenverantwortung und Aktienrente genau dasselbe zugemutet. Und wenn die Kohle am Ende futsch ist, weil der Hype-Konzern doch kein fliegendes Einhorn war, sondern nur ein stinknormales Nilpferd im Tümpel? Na und! Pech gehabt! Zurück auf Anfang, neues Spiel, neues Glück! Der Staat haftet für nix, wenn die Anleger zu blöd zum Unterscheiden sind!
Der Machtfaktor zieht das unbarmherzige Fazit: Wenn Versagen, Unpünktlichkeit und Personalmangel bei der Deutschen Bahn plötzlich Millionen-Gewinne abwerfen, dann hat der Konzern das Perpetuum Mobile des Kapitalismus erfunden. Warum auch irgendetwas verbessern, wenn die Bürger fürs Leiden sogar noch extra bezahlen? Mahlzeit!
Weiterführende Links:
- HalbjahreszahlenBahn erstmals seit sieben Jahren mit Gewinn (Artikel auf tagesschau.de vom 30.7.2026)
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