Mittwoch, 10. Juni 2026

Drei Monate Denkpause für dicke Hintern – und der fette Tritt für 51 Arbeitsjahre

Es gibt Meldungen, da schlägt der Puls schlagartig mit der Taktzahl eines Presslufthammers. Am 10. Juni 2026 lässt uns die Bundesregierung via n-tv.de wissen: „Füße werden nicht hochgelegt – Regierung gegen Streichung der Sommerpause“. Na, da fällt uns aber ein Stein vom Herzen! Selbstverständlich wird die Politik NICHT auf ihre wohlverdiente Sommerpause verzichten. Wir reden hier ja auch nicht von läppischen drei Wochen Urlaub wie beim gewöhnlichen Fußvolk, oh nein – wir reden von gepflegten drei Monaten parlamentarischer Sendepause.

Aber Hauptsache, die Sprecher betonen staatstragend, dass die Füße ja „nicht hochgelegt“ würden. Nein, natürlich nicht! Man drückt sich die dicken Hintern in den edlen ledernen Fauteuils wahrscheinlich nur im Wahlkreis platt, während man darauf wartet, dass die nächste fette Pension fällig wird.

Das neoliberale Schuld-Diktat: Malochen bis zum Umfallen

Es ist ein grandioses Hütchenspiel: Dem normalen Feld-, Wald- und Wiesenarbeitnehmer wird von den hochehrenhaften Arbeitgeberverbänden täglich eingeredet, er sei faul und arbeite zu wenig. Am besten schuften wir 365,5 Tage im Jahr rund um die Uhr, natürlich ohne Lohnausgleich und zur maximalen Freude der armen, missverstandenen Chefetagen. Rente ab 70? Ach was, machen wir direkt 75 draus!

Und dann betritt die politische Nachwuchs-Elite die Bühne. Johannes Winkel, Chef der Jungen Union und Politprofi im sanften Nadelstreifen, haut sogleich folgendes Bonmot raus: Die Rentenerhöhung solle man lieber in die Bildung von Kindern und ins BAföG stecken, statt sie „den alten Säcken hinterherzuwerfen“.

Man möchte den guten Johannes ja glatt mal fragen: Wie viele Kinder hat der Herr Renten-Experte eigentlich selbst vorzuweisen, um die Sozialsysteme im Rahmen des Generationenvertrags nachhaltig zu sichern? Ach so, keines, von dem man wüsste? Na, dann spuckt es sich natürlich besonders leicht große Töne! Wer im Windschatten seiner politischen Karriere eine extrem auskömmliche Absicherung erwartet und durch die Heirat im Zweifel sogar doppelte Ansprüche einsackt, der kann den Alten im Lande natürlich egoistisch den Dreck unter dem Fingernagel neiden.

Die Realität von der Werkbank: 49 Jahre sind nicht genug!

Schauen wir uns im Gegenzug mal die echte Welt an – abseits der Berliner Elfenbeintürme. Die Welt von Menschen, die diesen Laden hier überhaupt am Laufen halten.

Nehmen wir das Beispiel eines Ausbilders in diesem Land: Der Mann ist über 66 Jahre alt. Er hätte jedes Recht der Welt, die Beine hochzulegen. Stattdessen hat er mit seinem Arbeitgeber vereinbart, nach 49 geleisteten Arbeitsjahren noch ein Jahr dranzuhängen, und vielleicht noch eines. Er ist selbst im Urlaub permanent für seine Azubis erreichbar, weil ihm die Jugend eben nicht scheißegal ist. Das interessiert in Berlin nur leider keine Sau – und gewürdigt wird so viel echter Einsatz in Form einer auskömmlichen Rente schon mal gar nicht.

Wenn dieser Mann in zwei Jahren endgültig den Hammer hinlegt, wird er 51 Beitragsjahre auf dem Buckel haben. Ein ganzes Leben voller Schweiß, Steuern und Pflichterfüllung. Und das Ergebnis im besten Deutschland aller Zeiten? Er muss am Ende trotzdem zittern, ob die Kröten auf dem Konto für die Miete und die explodierenden Nebenkosten reichen!

Fazit: Ihr könnt mich mal im Mondschein besuchen!

Wer vor diesem Hintergrund den Rentnern dieses Landes eine wohlverdiente Anpassung als „Geschenk an alte Säcke“ verkaufen will, während die eigene Riege drei Monate Sommerpause macht, hat jede moralische Legitimation verloren.

Man möchte diesen ganzen Rentensparern, Kranken- und Pflegekassen-Reformern an dieser Stelle eigentlich ein ganz bestimmtes Zitat zurufen. Nein, nicht den Götz von Berlichingen – das wäre für diese Truppe noch viel zu viel der literarischen Ehre. Aber frei nach dem Motto: „Er aber, geh er hin und sag´s ihm…“ – ihr könnt uns alle mal gepflegt im Mondschein besuchen!

Der Machtfaktor bleibt dabei: Respekt vor Lebensleistung sieht anders aus. Wer 51 Jahre lang die Karre gezogen hat, darf am Ende nicht der Bittsteller einer abgehobenen Polit-Kaste sein!

Was meint ihr? Ist die dreimonatige Sommerpause der Politik angesichts der Krise im Land noch vermittelbar? Und wie tief muss der Respekt vor Menschen mit 50 Beitragsjahren eigentlich noch sinken? Schreibt mir eure ungeschminkte Meinung in die Kommentare!


 

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