Es gibt Nachrichten, da reibt man sich morgens beim ersten Kaffee ungläubig die Augen und fragt sich, ob man im falschen Film gelandet ist. Am 9. Juni 2026 serviert uns die Tagesschau ein juristisches und moralisches Desaster der Sonderklasse unter der Headline: „Internationaler Strafgerichtshof – IStGH suspendiert Chefankläger Khan“. Da legst du dich glatt nieder! Der oberste Wächter des Weltvölkerrechts, der Mann, der die brutalsten Diktatoren und Kriegsverbrecher dieser Erde vor den Kadi zerren soll, wird vom eigenen Gerichtshof gefeuert.
Man muss sich die pikante Konstellation einmal auf der Zunge zergehen lassen: Seit gut einem Jahr ließ Karim Khan sein Amt wegen des Verdachts schwerer sexueller Übergriffe bereits „ruhen“ – nun folgte die formelle, fristlose Suspendierung durch das Präsidium. Es muss wohl ein ganz besonderer, psychologischer Kick sein, wenn man tagsüber im eleganten Den Haager Nadelstreifen über Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schwadroniert, um sich dann am Abend ungeniert an der eigenen Assistentin zu vergehen und sie monatelang zu sexuellen Handlungen zu drängen.
So ganz ohne werden die Vorwürfe jedenfalls nicht sein, sonst hätte der Gerichtshof nicht die Reißleine gezogen. Aber es zeigt sich wieder einmal das uralte, unbarmherzige Gesetz: Macht korrumpiert. Jeden. Restlos.
Anschauungsunterricht beim Meister aus Mar-a-Lago
In Sachen sexueller Selbstbestimmung von Frauen und kreativer Konfliktlösung hat Khan vermutlich einfach gut aufgepasst, wie das die ganz Großen auf der Weltbühne regeln. Sein inoffizieller Lehrmeister residiert schließlich in Washington und heißt Donald Trump. Der nahm es bekanntlich mit den Rechten von Frauen auch noch nie so genau – man denke nur an seine legendären Schweigegeldzahlungen, die er über dubiose Wege und windige Anwälte via Barzahlung abwickeln ließ, um unliebsame Geschichten unter den Teppich zu kehren.
Doch während Trump trotz allem wieder im Weißen Haus sitzt, zieht Khan nun den Kürzeren. Natürlich ist der Herr Chefankläger seiner eigenen, unbescheidenen Meinung nach absolut unschuldig. Ein Komplott soll es sein! Eine böse Verschwörung gegen seine moralisch angeblich so integre Person.
Wer weiß – vielleicht steckt ja wirklich Donald Trump dahinter? Immerhin hätte der „Friedensfürst“ aus den USA doch sicherlich brennendes Interesse an Khans Job in Den Haag. Endlich könnte er dort – völlig ohne diese lästigen und verkommenen Fragen von voreingenommenen NBC-Journalistinnen – die „gestohlene Wahl“ im Alleingang aufklären. Und als krönenden Abschluss könnte er seinen Intimfeind Joe Biden, noch vor dessen altersbedingtem Hinscheiden, wahlweise in die Gaskammer, auf das Vollstreckungsbett für die Giftinjektion oder direkt vor das präsidiale Erschießungskommando schicken. Zuzutrauen wäre es dem Washingtoner Zirkusdirektor allemal.
Große Party in Moskau und Jerusalem
Während in Den Haag das absolute Chaos ausbricht, dürften Khans größte „Fans“ im fernen Ausland wahrscheinlich gerade den Champagner kaltstellen und in kollektive Jubelgesänge ausbrechen. Die Rede ist natürlich von Wladimir Putin und Benjamin „Bibi“ Netanjahu, gegen die Khan in seiner Amtszeit so medienwirksam internationale Haftbefehle erlassen hatte. Für die beiden ist die Suspendierung ihres Chefanklägers natürlich das gefundene Fressen, um die ohnehin angeschlagene Glaubwürdigkeit des Weltstrafgerichts endgültig in den Sumpf zu ziehen.
Aber machen wir uns nichts vor: Die ganze juristische Farce verliert ohnehin an Gewicht, wenn man sich das Kleingedruckte des Den Haager Grundlagenvertrags anschaut. Unter den 125 Unterzeichnerstaaten des Gerichts fehlen ausgerechnet – na, wer wohl? Genau: die USA, Russland und natürlich Israel. Die drei großen Weltmächte pfeifen auf das internationale Recht, wenn es ihnen nicht in den Kram passt, lassen sich aber jetzt genüsslich darüber aus, wie „bis ins Mark verdorben“ die Institution doch sei. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Fazit: Die Demontage der Moral
Der Fall Karim Khan ist der moralische Offenbarungseid einer Institution, die eigentlich als moralischer Kompass der Menschheit dienen sollte. Wenn der oberste Ankläger der Welt über die eigenen, niederen Triebe stolpert, bleibt vom Glanz des Gerichts nichts übrig als ein Haufen verlogener Trümmer.
Der Machtfaktor stellt fest: Solange die Mächtigen dieser Welt das Recht brechen und ihre eigenen Kontrolleure im Sumpf der moralischen Verwerfungen versinken, bleibt das internationale Völkerrecht genau das, was es schon immer war: Ein zahnloser Tiger, der von den echten Raubtieren der Weltpolitik nur noch müde belächelt wird.
Was haltet ihr von Karim Khans Suspendierung? Ist der IStGH nach diesem Skandal überhaupt noch als moralische Instanz ernst zu nehmen, oder haben Putin und Netanjahu am Ende recht behalten? Schreibt mir eure ungeschminkte Meinung in die Kommentare!
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