Es ist das ewig gleiche, deprimierende Schauspiel auf der Berliner Polit-Bühne. Wenn die Herrschaften in den Ministerien das Wort „Reform“ in den Mund nehmen, sollte der normale Bürger schleunigst sein Portemonnaie festhalten. Die Frankfurter Rundschau präsentiert uns frisch die glorreichen Ergebnisse des jüngsten Geniestreichs: „Beamte bleiben in Empfehlungen für Rentenreform außen vor“. Der große Wurf ist da, die Rentenkommission hat fertig und im Berliner Regierungsviertel klopft man sich vor allseitiger Begeisterung gegenseitig auf die Schultern.
Natürlich gibt es wieder ein paar unverbesserliche Mäkler, Mauler und Nörgler, die mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein wollen. Man hörte im Vorfeld ja schon munkeln, die anstehenden Einschnitte würden „alle gleichermaßen“ treffen. Doch wer den deutschen Staat kennt, der ahnte bereits zu diesem Zeitpunkt, dass manche eben einfach doch ein ganzes Stück gleicher sind als der Rest.
Die Abschaffung der Realität: Essen und Wohnen wird überbewertet
Schauen wir uns den Inhalt dieser sozialen Meisterleistung mal im Detail an. Zunächst soll die Bindung der Renten an die Inflation ganz kühn abgeschafft werden. Eine fabelhafte Idee! Rentner müssen sich im Jahr 2026 ja auch nicht wirklich ernähren und wohnen schon gar nicht. Die besitzen statistisch gesehen ohnehin viel zu große Wohnungen für viel zu wenig Miete und sollten diese gefälligst mal für kinderreiche Familien mit anderthalb Sprösslingen räumen.
Das ist die perfekte, lautlose Methode, das Rentenniveau im Windschatten der Teuerungsrate immer weiter abzuschmelzen, ohne dass man das im Einzelnen großartig begründen müsste. „Is halt grad nix zum Verteilen da“, heißt es dann von oben herab, und die Alten müssen eben den Gürtel enger schnallen.
Und unser aller Fritze Merz – gar nicht schlau, äh, gar nicht dumm – haut direkt einen seiner gewohnt dummdreisten Sprüche hinterher. Man wolle das Ganze am liebsten wie in Österreich machen, aber gleichzeitig mehr Rente zahlen und weniger Beiträge verlangen! Logik? Rechenkompetenz? Völlig egal! Merz tönt großspurig, man werde das komplette Reformpaket der Kommission einfach auf Teufel komm raus und 1:1 übernehmen. Basta!
Das große Heulen der Bosse und das Privileg der Schwarzkittel
Dabei blendet der fleißige BlackRock-Adept geflissentlich aus, dass es noch nicht mal die allwissende Kommission geschafft hat, die Beamten in die gesetzliche Kasse mit hineinzunehmen. Warum? Weil das laut Politik „sowieso nix brächte“. Die Wahrheit liegt natürlich wie immer ganz woanders: Der Staat und die Länder müssten in diesem Fall nämlich nicht nur die üppigen Pensionen für die Alt-Beamten berappen, sondern auch noch die Arbeitgeberanteile für die aktiven Staatsdiener in die Rentenkasse einzahlen! Da brennt sofort die Luft im Finanzministerium.
Und genau in diesem Takt stimmen auch die Arbeitgeber ihr Klagelied an – natürlich in aller Bescheidenheit. Die Bosse befürchten das nackte Grauen, weil die Arbeitnehmer nun auch noch eine kapitalgedeckte Alterssicherung als Pflichtversicherung aufs Auge gedrückt bekommen sollen. An der Börse spekulieren ist für die Konzerne zwar super, aber wieso bitteschön sollten sich die Arbeitgeber barmherzig an den Beiträgen der Angestellten beteiligen? Das geht nun wirklich zu weit! Man verweist lieber winselnd auf die angeblich seit Jahrhunderten andauernde Wirtschaftskrise und den permanenten Strukturwandel. Ihr wisst schon, das übliche Gejammer.
Fazit: Spart euch den Scheiß!
Sehen wir die Dinge also so, wie sie sind: Die normale Rente wird sinken, da beißt die Maus keinen Faden ab. Die Beiträge für die Versicherten werden „stabilisiert“ – was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie garantiert nicht sinken. Dafür kommen massive Zusatzkosten auf die Beitragszahler zu, die ihre tolle Aktienrente gefälligst komplett aus eigener Tasche finanzieren dürfen, weil die Wirtschaft sich fein aus der Affäre zieht. Die Beamten wiederum darf man auf gar keinen Fall belasten, von ihren Privilegien befreien oder gar in die allgemeine Kasse einzahlen lassen. Denn diese Milliardenkosten für Pensionen sind ja angeblich kaum der Rede wert.
Der Machtfaktor stellt fest: Wenn am Ende wieder einmal nur die ganz normalen Pflichtversicherten den gesamten Zirkus finanzieren dürfen, dann kann man sich dieses verlogene Kommissions-Gesumse auch gleich komplett schenken und einfach so weitermachen wie bisher. Herr Merz, behalten Sie Ihr „Basta“ für den Golfplatz – für die Leistungsträger dieses Landes ist diese Reform schlicht ein Schlag ins Gesicht! Mahlzeit!
Was haltet ihr von den Plänen der Rentenkommission? Findet ihr es auch eine absolute Ungerechtigkeit, dass Beamte und Politiker mal wieder komplett außen vor bleiben, während der normale Arbeitnehmer die Zeche zahlt? Schreibt mir eure ungeschminkte Meinung in die Kommentare!
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