Am 26. Mai 2026 servierte uns n-tv.de mal wieder die absolute Lieblings-Fieberkurve der deutschen Wirtschaftspolitik: „Verschenkte Alternativen. Wenn wir so weitermachen, ist die Rente mit 70 unausweichlich.“ Wenn man diesen ökonomischen Elfenbeinturm-Berichten lauscht, klingt eigentlich alles ganz einfach: Wir arbeiten einfach alle ein bisschen länger, werfen den Turbo bei der Zuwanderung an, machen Schluss mit der „Lifestyle-Teilzeit“ und schupps – ist die Rentenkasse gerettet.
Komisch nur, dass diese Milchmädchenrechnungen der Ökonomen und Politiker an der realen Lebenswirklichkeit der Menschen in diesem Land so meilenweit vorbeigehen, dass es fast schon wehtut. Sezieren wir das Märchen von der weisen Renten-Reform also mal ganz nüchtern mit der Machtfaktor-Klinge.
Stellschraube 1: Zuwanderung – Ein Lösungsansatz zum Totlachen
Mehr qualifizierte Zuwanderung soll die Rettung sein. Da lacht die AfD in der Opposition wie eine Koralle im Pazifik, denn die Realität des aktuellen Rechtsrucks in Deutschland sieht völlig anders aus: Ausgebildete Facharbeiter oder studierte Köpfe machen angesichts des gesellschaftlichen Klimas längst einen weiten Bogen um die Bundesrepublik. Wer stattdessen kommt, sind oft bildungsferne Geflüchtete.
Verstehen wir uns nicht falsch: Jeder Mensch verdient Schutz. Aber die ökonomische Wahrheit lautet: Wer mangels Qualifikation am Ende nur im Niedriglohnsektor landet, kann schlicht nicht genug in die Rentenkasse einzahlen, damit sich das System am Ende rechnet. Das funktioniert ja schon bei den bildungsfernen Deutschen nicht. Einzahlen kann nur, wer ordentlich verdient.
Stellschraube 2: Geburtenrate – Pornos statt Babys
„Mehr Kinder gebären!“ lautet der nächste schlaue Rat. Tolle Idee. Aber wie bitteschön will man eine Generation von Egomanen, die im 24/7-Modus am Smartphone kleben, eigentlich dazu bringen, sich zu vermehren? Wie sollen Menschen Kinder zeugen und ihnen eine zukunftssichere Bildung ermöglichen, wenn man stattdessen lieber masturbierend vor dem Bildschirm hockt und Pornos konsumiert? Das wird so nix.
Vielleicht sollte der Staat beim Anschalten jedes Smartphones künftig einen Warnhinweis einblenden: „Achtung: Exzessive Social-Media-Nutzung verhindert die Geburt von Kindern, die später eure Renten bezahlen sollen!“
Stellschraube 3: „Mehr Erwerbsbeteiligung“ und das Ende des Kartoffelschäl-Tai-Chi
Wenn Ökonomen von „höherer Erwerbsbeteiligung“ schwadronieren, meinen sie beileibe nicht nur Bürgergeld-Empfänger. Sie meinen vor allem Frauen. Frauen, die in ihrem Leben drei Kinder großgezogen, den Haushalt geschmissen und nebenher noch die Enkel gehütet haben. Die sollen jetzt gefälligst gefällig sein und noch mehr schuften – für ein paar mickrige Rentenpunkte und für eine Krankenversicherung, die man ihnen im Rahmen der geplanten Kassenreform (Streichung der Familienversicherung!) ohnehin gerade wegzunehmen versucht.
Wieso auch dulden, dass die Ehefrau zu Hause sitzt und beim Fernsehen gemütlich eine Art Tai-Chi mit dem Sparschäler aufführt, während sie für Papas Abendessen die Möhrchen schält? Wenn die jüngere Generation überhaupt noch kochen kann! Da steht abends im schlimmsten Fall eine Tüte Chips oder eine angewärmte Konservendose auf dem Tisch.
Schluss mit der „Lifestyle-Teilzeit“, fordert die Arbeitgeberseite. Die Menschen sollen mehr arbeiten, produktiver sein und am besten ganzjährig ohne Krankmeldung (AU) oder Urlaub durchmalochen. Um das zu forcieren, streichen viele Branchen gleich ganz das Urlaubs- und Weihnachtsgeld – denn das veranlasse den Pöbel ja ohnehin nur zum Völlern und Faulsein.
Das gelobte Land der Bleistiftspitzer
Von diesem radikalen Leistungsdruck gibt es in Deutschland allerdings eine heilige Kaste, die von all dem feinstens ausgenommen bleibt: der gewöhnliche Feld-, Wald- und Wiesen-Beamte.
Während der Dachdecker und die Reinigungskraft bis 70 buckeln sollen, qualifiziert man sich in den Amtsstuben durch jahrzehntelanges, strategisches Bleistiftspitzen für Privilegien, von denen der normale Beitragszahler nur träumen kann. Ein Sabbatical gefällig? Kein Problem. Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall bis in die Steinzeit? Aber sicher. Und am Ende wartet eine Pension, die locker zwei- bis dreimal so hoch ist wie die Durchschnittsrente der gesetzlichen Kasse. Eingezahlt in diese Rentenkasse? Haben die Beamten natürlich keinen einzigen Cent.
Obendrein genießen sie eine private Krankenversicherung, während der gesetzlich Versicherte in der GKV die Zeche für versicherungsfremde Leistungen wie die Beiträge der Bürgergeldempfänger zahlen muss. Der Staat verschleudert die Beiträge der Arbeiter, schont aber seine eigene Elite.
Das Märchen von der Eigenverantwortung
Wenn Arbeitgeber eine Senkung der Lohnnebenkosten fordern, tun sie das nicht aus Nächstenliebe für den Angestellten. Sie tun es, weil sie ihren eigenen Anteil drücken wollen. Und die Politik? Spielt das Spiel mit. Höhere Beiträge oder Steuern für Besserverdienende? Bloß nicht! Schließlich gehören die Abgeordneten und Minister selbst zu dieser Gruppe und müssten sich ja glatt ungerecht behandelt fühlen.
Die Lösung der Bundesregierung lautet daher: Mehr „Eigenverantwortung“ und private Vorsorge! Das ist an Zynismus nicht zu überbieten. Von welcher Einkommensflut soll eine Reinigungskraft, ein Müllwerker oder eine Pflegekraft bitteschön noch Geld für private Renten-Versicherungen abzweigen? Sollen die von trocken Brot und Wasser aus der Toilettenschüssel leben? Sollen die ihren Urlaub künftig im Dienst verbringen, weil sie sich ohnehin keine Reise mehr leisten können?
Fazit: Die SPD überholt die Union von rechts
Die Belastungen in diesem Land sind so ungleich verteilt wie noch nie – und daran wird sich auch kein Jota ändern, solange diese Art von konservativer Politik das Sagen hat. Das Traurigste daran: Die SPD ist auf diesem Auge mittlerweile fast schon konservativer und arbeitgeberfreundlicher als die CDU/CSU.
Der Machtfaktor stellt fest: Die Rente mit 70 ist kein demografischer Zwang – sie ist das finale Eingeständnis einer Politik, die den kleinen Mann komplett verraten hat, um das Großkapital und die eigenen Pfründen zu schützen.
Müssen wir uns damit abfinden, bis zum Sarg zu schuften, während andere ohne Einzahlung Luxus-Pensionen kassieren? Wie sorgt ihr fürs Alter vor – oder habt ihr die Hoffnung schon aufgegeben? Schreibt es mir unverblümt in die Kommentare!
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