Wer erinnert sich nicht an den kongenialen Peter Ustinov in seiner Filmrolle als Kaiser Nero? Wahnsinnig, völlig hilflos, absolut lächerlich und dabei so von der eigenen Göttlichkeit überzeugt, dass er in ein kleines Fläschchen weint, um seine Tränen der Nachwelt zu erhalten, während Rom in Schutt und Asche versinkt. Wenn man dieser Tage die Nachrichten aus Washington verfolgt, drängt sich die Assoziation förmlich auf. Der göttliche Nero unserer Tage residiert allerdings in Mar-a-Lago und heißt Donald Trump.
Am 28. Mai 2026 servierte uns n-tv.de ein Paradebeispiel für diesen imperialen Größenwahn unter der Headline: „Von Trump in Davos gegründet. Bericht: Bisher 'null Dollar' in 'Friedensrat'-Fonds eingezahlt.“
Man muss sich den Zinnober noch einmal vor Augen führen, den die Trump-Regierung Anfang des Jahres auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos veranstaltete. Mit maximalem Tamtam und einem gigantischen Affentheater präsentierte der „Friedensfürst“ der staunenden Weltöffentlichkeit seinen privaten „Friedensrat“. Die Intention war gewohnt bescheiden: Die lästige UNO sollte ein für alle Mal obsolet gemacht und die Welt fortan im Alleingang regiert werden.
Vorsitzender auf Lebenszeit in der eigenen Filterblase
Natürlich kürte sich Trump direkt selbst zum Vorsitzenden auf Lebenszeit, stattete sich mit einem absolutem Vetorecht über alles und jeden aus und bestimmte diktatorisch, wer in seinem erlauchten Club überhaupt mitspielen darf. Und weil bei Trump kein Handschlag ohne Profit erfolgt, wurden „Eintrittsgelder“ für teilnehmende Staaten in Höhe von jeweils einer Milliarde Dollar angekündigt. Ein lohnendes Geschäftsmodell für den Weltfrieden!
Die Zwischenbilanz, die die Financial Times nun unter Berufung auf „mit der Angelegenheit vertraute Kreise“ zieht, ist allerdings bemerkenswert überschaubar: Auf dem offiziellen Konto des Fonds befindet sich kein einziger müder Dollar. Null. Zero.
Gut, 19 Länder haben die Gründungscharta damals pflichtbewusst unterschrieben. Und die Financial Times berichtet weiter, dass der Rat sehr wohl Spenden erhalten habe – allerdings direkt auf ein separates Konto bei JPMorgan. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, dass diese Gelder vermutlich ohne Umwege in die allzeit bereite Privatschatulle des großartigen Donald weitergeleitet wurden. Wundern würde es in diesem korrupten Zirkus jedenfalls niemanden mehr.
Das Trump-Resort auf den Trümmern von Gaza
Besonders bitter stößt der Blick auf Trumps ursprünglichen „Friedensplan“ auf, der im Umfeld dieser Ratsgründung eifrig ventiliert wurde. Damals gab es doch tatsächlich den absurden Plan, die Palästinenser aus dem Gaza-Streifen umzusiedeln – am besten wohl auf den Mond –, um anstelle des zerbombten Küstenstreifens ein schickes, luxuriöses „Trump-Resort“ mit angeschlossenem Golfplatz hochzuziehen. Und als großzügiges Friedensangebot durften die verbliebenen Palästinenser im Drehbuch der MAGA-Religion dann vielleicht als Kellner, Pagen oder Platzanweiser arbeiten.
Blöd nur, dass die Realität sich nicht an Trumps Servietten-Skizzen hält. Die Palästinenser sind immer noch im Gaza-Streifen. Vermutlich, weil die Hamas dort ebenfalls noch ungeniert herumlungert und nicht im Traum daran denkt, auch nur eine einzige Waffe an den Präsidenten der „Vereinigten Staaten von Absurdistan“ abzugeben. Der Krieg tobt weiter, die Verhandlungen sind ein einziges Fiasko und von Frieden ist weit und breit nichts zu sehen.
Vielleicht zahlt Donald Trump den Wiederaufbau des Gaza-Streifens ja jetzt aus eigener Tasche, wenn man ihm das Stückchen zerbombten Strand einfach schenkt? Wer das allerdings glaubt, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten!
Fazit: PR-Geklingel statt Weltpolitik
Trumps „Friedensrat“ ist genau das, was kritische Beobachter von Anfang an in ihm gesehen haben: Ein gigantischer PR-Gag zur persönlichen Bereicherung und zur Befriedigung eines krankhaften Egos. Während die Welt im Nahen Osten an einem echten Pulverfass festsitzt, weint der moderne Nero in Washington seinen angeblichen Milliarden-Erfolgen hinterher, die nur in seiner eigenen Fantasie existieren.
Der Machtfaktor in der internationalen Diplomatie lässt sich eben nicht mit gefälschten Eintrittsgeldern und privaten Konten erzwingen. Am Ende bleibt von Trumps großem Davoser Wurf nichts übrig als eine leere Kasse, heiße Luft und das beschämende Schauspiel eines hilflosen Autokraten.
Was haltet ihr von Trumps geplatztem Milliarden-Fonds? Überrascht es euch, dass das Geld mal wieder auf mysteriösen Privatkonten versickert ist, während die echte Weltpolitik im Chaos versinkt? Lasst uns in den Kommentaren darüber diskutieren!
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