Donnerstag, 28. Mai 2026

Armageddon auf Raten: Wie der Iran Donald Trump zum Hampelmann der Weltpolitik macht

Man muss den Hut ziehen vor der kreativen Wortakrobatik des US-Militärs. Am 28. Mai 2026 vermeldet Spiegel.de ernüchternd: „USA fliegen erneut Angriffe in Iran – Regime reagiert offenbar mit Gegenschlag“. Die Begründung aus dem Pentagon für die erneuten Bombardements im Süden des Landes trotz offizieller Waffenruhe? Die Angriffe seien „rein defensiv“ gewesen. Man verteidigt sich also mal wieder vorwärts, ganz behutsam und wohlwollend mit ein paar Tonnen Sprengstoff.

Doch die PR-Fassade im Weißen Haus bröckelt unaufhaltsam. Donald Trump, der sich laut Berichten inzwischen „verstimmt“ über die zähen Verhandlungen mit Teheran zeigt, wird von den Mullahs im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Hampelmann an den Fäden durch die geopolitische Arena gezogen. Samt seiner gesamten, strammstehenden Regierungsmannschaft.

Das Uran, das aus der Asche stieg

Erinnern wir uns kurz zurück: Vor wenigen Wochen, nach der ersten großen Luftschlag-Welle Ende Februar, erklärte der oberste Kommandeur Trump den Krieg im Alleingang für „glorreich und grandios beendet“. Der Iran sei waffenlos, besiegt und – besonders wichtig – sein hochgefährliches angereichertes Uran sei bei den Bombardements komplett in die Luft geflogen.

Heute stellt sich die bange Frage: Wie kann es eigentlich sein, dass der angeblich atomar kastrierte Iran immer noch auf seinen rund 400 Kilogramm hochangereichertem Uran sitzt, das er nun seelenruhig für seine „friedliche“ Nutzung deklariert? Ist das Zeug etwa durch Trumps schiere Genialität wie ein Phönix aus der Asche auferstanden?

Die Realität sieht verheerend aus: Der Iran denkt nicht im Traum daran, die Straße von Hormuz freizugeben. Stattdessen erpresst er weiter Mautgebühren, unterdrückt das eigene Volk und richtet am laufenden Band mutige Demonstranten hin.

Krieg führen mit Phantomschmerzen

Woher nimmt ein „vollkommen zerstörter“ Gegner eigentlich die Dreistigkeit – und vor allem die Raketen und Drohnen –, um US-Stützpunkte und die Öl-Infrastruktur in Saudi-Arabien, den Emiraten und Dubai zu bombardieren?

Das bleibt wohl das exklusive Geheimnis des US-Präsidenten und seines angriffslustigen Kriegsministers Pete Hegseth, der ansonsten ja zu jedem verbalen Amoklauf seines Chefs eifrig Ja und Amen sagt. Wenn man mich fragt, grenzt dieses Verhalten an Arschkriecherei vor dem großen Ego im Oval Office – aber wer fragt mich schon?

Statt logischer Erklärungen hören wir aus Washington täglich das gleiche, lautstarke Gebrüll: Drohungen vom „Ausbruch der Hölle auf Erden“, von der „totalen Vernichtung der iranischen Zivilisation“ und Schlägen, die seit Armageddon nicht mehr gesehen wurden. Und die Konsequenz? Heiße Luft. Ein paar Alibi-Luftschläge. Und dazwischen jammert Trump herum, dass „alles eben seine Zeit brauche“. Diese permanenten 360-Grad-Wenden in Trumps Argumentation dürften mittlerweile auch die letzte verbliebene Gehirnzelle in seinem Kopf durch den immensen Drehimpuls in heftigen Schwindel versetzt haben.

Das Desaster der „Servietten-Diplomatie“

Unterdessen nutzt ein ganz anderer Akteur das Washingtoner Vakuum schamlos aus: Benjamin Netanjahu haut im Libanon mächtig auf die Kacke und legt das Land in Schutt und Asche – und das wohlgemerkt direkt vom Zahnarztstuhl der Jerusalemer Klinik aus! Das muss ihm erst mal einer nachmachen.

Für Trump entwickelt sich das Ganze zum totalen militärischen, wirtschaftlichen und finanziellen Desaster. Angefangen von der Aufkündigung des Atomvertrags in seiner ersten Amtszeit bis hin zu den zwei kopflosen Kriegen (letzten Sommer und jetzt seit Februar) hat er jegliche Kontrolle über die Folgen verloren.

Der Iran weiß heute ganz genau, dass er die Weltmacht USA trotz aller Bomben in die Knie gezwungen hat. Was auch immer Trumps MAGA-Friedensjünger wie J.D. Vance und Marco Rubio jetzt noch bei Verhandlungen herausholen wollen – es wird um Längen schlechter sein als der Zustand vorher. Aber Trump wird sich am Ende als der große „Friedensfürst“ inszenieren und wahrscheinlich noch beleidigt sein, wenn man ihm für das von ihm selbst angerichtete Chaos nicht den Friedensnobelpreis verleiht.

Fazit: Die Illusion des sauberen Krieges

Man kann die eigentliche Absicht ja durchaus verstehen: Den islamistischen Terror des Iran, die Bedrohung Israels und das Würgen des Welthandels durch Hisbollah und Hamas ein für alle Mal zu beenden.

Aber die USA sitzen dem fatalen Irrglauben auf, man könne Kriege heute allein dadurch gewinnen, dass man aus sicherer Entfernung ein paar massive Luftschläge fliegt, furchtbare Drohungen ausstößt und dann so tut, als sei die Sache fast ohne eigene Opfer erledigt. Selbst ein Donald Trump muss irgendwann einsehen, dass Weltpolitik so nicht funktioniert.

Das Problem ist nur: In seinem Umfeld traut sich niemand mehr, dem Kaiser zu sagen, dass er nackt ist – und dass er sich in dieser Iran-Krise wie ein absoluter Idiot aufführt. Der Machtfaktor im Nahen Osten ist derzeit ein einziges, unberechenbares Pulverfass. Und der Mann mit dem Streichholz sitzt im Weißen Haus.

Was meint ihr? Hat sich Trump im Iran endgültig verzockt und steht vor den Trümmern seiner eigenen Außenpolitik? Kann man einen Krieg überhaupt noch mit reinen Luftschlägen gewinnen? Schreibt mir eure ungeschminkte Meinung in die Kommentare!


 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Armageddon auf Raten: Wie der Iran Donald Trump zum Hampelmann der Weltpolitik macht

Man muss den Hut ziehen vor der kreativen Wortakrobatik des US-Militärs. Am 28. Mai 2026 vermeldet Spiegel.de ernüchternd: „USA fliegen ern...