Man möchte meinetwegen glatt die Wände hochgehen! Da liefert der deutsche Strafvollzug am laufenden Band Realsatire ab – und wenn man denkt, dümmer geht es nimmermehr, legt Niedersachsen noch eine Schippe oben drauf. Der NDR meldet die offiziellen Details aus dem Justizministerium zum Fall des mutmaßlichen Sechsfach-Mörders von Stade. Der Mann, dem vorgeworfen wird, in einer Einrichtung mehrere Menschen – darunter Mitarbeiter und Betreuer – bestialisch ermordet zu haben, sitzt in Untersuchungshaft. Wegen akuter Suizidgefahr steht er unter dauerhafter Beobachtung. So weit, so logisch.
Doch dann schlägt die Stunde der akademischen Feinjustierung! Die Anstaltspsychologin marschiert ein, führt ein tiefschürfendes Gespräch und kommt zu dem bahnbrechenden Ergebnis: Der Mann ist wieder vollkommen „stabil“! Die ständige Bewachung wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Und siehe da – nicht einmal 24 Stunden später ist der Häftling tot. In der eigenen Zelle. Niemand hat was bemerkt, keiner hat was gesehen.
Falsch „psychologisiert“? Hoppla, kann ja mal passieren!
Da fragt man sich als ehrlicher Steuerzahler doch unwillkürlich: Was für eine Qualifikation braucht man heutzutage eigentlich als Anstaltspsycholog:in? Gibt es das Diplom mittlerweile im Groschenroman zum Ausschneiden? Und was passiert, wenn man sich bei einem mutmaßlichen Sechsfach-Mörder mal eben eklatant „ver-psychologisiert“? Richtig: Nichts! Am Ende ist der Tatverdächtige tot, und die Justiz zuckt müde mit den Schultern.
Für die Angehörigen der Opfer und die Kollegen aus der Einrichtung ist diese Form von behördlicher Schlamperei ein absoluter Schlag ins Gesicht! Durch den Suizid gibt es keinen Prozess, keine Urteilsbegründung und vor allem keine Antworten mehr. Niemand wird je erfahren, was den Mann zu dieser unbegreiflichen Tat trieb. Aber hey – rein juristisch gilt für den Verstorbenen bis heute die Unschuldsvermutung! Ein sauberes Ergebnis für die Akten des Justizministeriums, ein absolutes Trauerspiel für die Gerechtigkeit!
Der Machtfaktor zieht das ungeschminkte Fazit: Erst fahren Clan-Chefs im Rolls-Royce aus dem Knast spazieren, und jetzt attestieren Knast-Psychologen mutmaßlichen Massenmördern beste mentale Gesundheit, kurz bevor die sich in der Zelle weghängen. Das deutsche Justizsystem hat nicht nur ein paar Tassen im Schrank verloren – da ist mittlerweile das komplette Porzellan zerschlagen! Mahlzeit!
Weiterführende Links:
- Suizid in U-Haft: Ministerium gibt Details zum Fall Stade bekannt (Artikel auf ndr.de vom 22.7.2026)
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