Samstag, 4. Juli 2026

Das Erweckungserlebnis am Mount Rushmore: Donalds Einmeißelung und meine aufrichtige Abbitte

Man muss den Hut ziehen vor der reinen, nackten Genialität, die uns am heutigen 4. Juli aus den USA entgegenstrahlt. Wir haben es hier schwarz auf weiß: Trump feiert das 250. Jubiläum der Unabhängigkeit und beweist damit im Vorbeigehen, dass er der erste Mensch der Weltgeschichte ist, der im zarten Alter von 80 Jahren bereits zweieinhalb Jahrhunderte auf der Erde wandelt. Was für eine biologische Meisterleistung! Doch das ist nur das Vorspiel für den wahren Paukenschlag, den die Frankfurter Rundschau heute brandaktuell dokumentiert: „Trump will sein Gesicht am Mount Rushmore verewigt sehen“.

Ja, es ist sein absoluter Traum! Seine majestätische Fresse soll in den edlen Granit geprügelt werden – natürlich um ein Vielfaches größer, fetter und deutlich höher angebracht als die Köpfe seiner lächerlichen, drittklassigen Vorgänger Washington, Jefferson, Roosevelt und Lincoln. Diese alten „Loser“ konnten ihm schließlich nie das Wasser reichen. Trump ist, eigenen glorreichen Bekundungen zufolge, immerhin intelligenter als 75 Prozent seiner gesamten MAGA-Gefolgschaft zusammengerechnet. Ob bei dieser Messung der Zollstock nun vorne oder hinten angelegt wurde, entzieht sich unserer unmaßgeblichen Kenntnis – das wissen am Ende wohl nur Don und sein ganz persönlicher Schöpfer.

Das Risiko des zerspringenden Schädels

Allerdings treibt den besorgten Beobachter bei diesem gigantischen Kunstprojekt eine finstere geologische Befürchtung um. Angesichts der monumentalen, geradezu blendenden Schönheit des Herrlichen besteht die akute Gefahr, dass der edle Granit des Nationaldenkmals die schiere Last dieses Egos nicht tragen kann. Was, wenn der Fels Risse bekommt? Was, wenn der frisch gemeißelte Granit-Schädel des obersten Donalds unter der inneren Spannung einfach zerspringt und als gigantische Lawine aus Stein und Haarspray polternd zu Tale rollt?

Aber seien wir dankbar für Donalds unendliche Milde. Er hat tatsächlich die Strapazen auf sich genommen, persönlich nach South Dakota zu reisen, um seine bahnbrechende Rede für den Patriotismus und gegen den Kommunismus ins Mikrofon zu brüllen. Er hätte ja im Zuge seiner grenzenlosen Macht auch einfach befehlen können, den gesamten Berg mitsamt den vier Gesichtern der alten Männer abzureißen und stückweise nach Mar-a-Lago transportieren zu lassen! Dort hätten sie dann – dick mit Blattgold überzogen – einen netten Platz auf dem privaten Golfrasen gefunden. Aber natürlich nur, wenn Trump selbst dort als überlebensgroßer Gipskopf thront. Hoffen wir einfach, dass er lange genug lebt, um die entsprechenden Dekrete mit seinem dicken Filzstift zu unterzeichnen. Und falls noch ein Eckchen im Fels frei ist, hätte er bestimmt nichts dagegen, auch seinen alten, besten Kumpel Jeffrey Epstein mit einer schmucken Holzbirne im Granit-Ensemble zu verewigen.

Verzeih mir, oh Donny!

Angesichts dieser göttlichen Fügung packt mich heute Nacht die pure, nackte Reue. Was wissen wir kleinen Würstchen eigentlich von der Wichtigkeit wirklich bedeutender Menschen, wie Donald einer zu sein meint? Gar nichts! Und dafür schäme ich mich heute ganz aufrichtig.

Entschuldige bitte, treuer Donny, dass es mir blindem Erdenbürger bislang einfach nie möglich war, den wahren, majestätischen Glanz deiner unfehlbaren Existenz zu erkennen! Es ist ein wahres Erweckungserlebnis, das mich hier am Schreibtisch überkommt – ein Moment, der der Begegnung mit Jesus höchstselbst gleichkommt. Oder zumindest einer Audienz bei deinem treuen Kumpel Putimir Wladin in Moskau! Ich sinke virtuell auf die Knie und bade im Licht deiner Föhnwelle.

Der Machtfaktor stellt fest: Wenn der Schwellkopf erst im Granit glänzt, hat die Weltgeschichte ihren absoluten Zenit erreicht. Wer braucht schon Fakten, Verstand oder Demokratie, wenn man stattdessen 250 Jahre geballte, orangefarbene Perfektion in Stein gemeißelt haben kann? In diesem Sinne: Gottes eigenen Segen für den tausendjährigen Englischlehrer! Mahlzeit!

Was haltet ihr von Trumps Traum, sein eigenes Gesicht am Mount Rushmore einmeißeln zu lassen? Glaubt ihr, der Granit hält dieser monumentalen Intelligenz stand, oder befürchtet ihr auch, dass der Schwellkopf vorzeitig zu Tale rollt? Schreibt mir eure absolut unzensierte Meinung in die Kommentare!


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