Manchmal siegt am Ende eben doch die sportliche Gerechtigkeit. Pünktlich zum heutigen Freitag knallt eine Meldung durch die Republik, die das Herz jedes geplagten Hauptstädters höher schlagen lässt. Der Spiegel vermeldet exklusiv: „Nach der Tennisaffäre gibt Kai Wegner die CDU-Spitzenkandidatur für das Abgeordnetenhaus auf!“ Ein politischer Doppelfehler mit Ansage. Damit bestätigt sich auf ganzer Linie der Verdacht, dass die viel gepriesene „Krisenbewältigung“ des Regierenden Bürgermeisters in Wahrheit eine astreine, hochherrschaftliche Vermeidungsstrategie war!
Vermeiden, sich den Sorgen der Bürger zu stellen. Vermeiden, der harten Realität ins Auge zu blicken. Und vor allem: Vermeiden, sich mit irgendetwas anderem zu beschäftigen als mit dem eigenen Handicap auf dem Ascheplatz!
Das Phantom-Telefonat ab 8:08 Uhr
Rückblende: In Berlin brennt eine wichtige Stromleitung nach einem Anschlag, ganze Bezirke versinken im totalen Blackout, die Menschen sind verzweifelt und bangen um ihre Existenz. Was macht der oberste Krisenmanager des Bundeslandes? Er schnappt sich am Mittag das Racket, um mal ganz gepflegt den Kopf frei zu kriegen! Von was eigentlich? Vermutlich von der lästigen Pflicht, regieren zu müssen. Um dieses sportliche Ablenkungsmanöver zu kaschieren, wurde danach gelogen, dass sich die parlamentarischen Balken bogen. Stolz wurde behauptet, man habe seit morgens um 8:08 Uhr ununterbrochen am Telefon gehangen, um mit Ministern, Katastrophenschutz und Behörden den Notstand zu managen.
Fakt ist aber – und das kam jetzt scheibchenweise ans Tageslicht: Das erste echte Gespräch in den Akten stammte wohl erst aus der Zeit nach 13 Uhr. Also frisch geduscht nach dem Match! Während die Berliner im Dunkeln saßen, hat sich Kai der Große erst mal tiefenentspannt den gelben Filzball servieren lassen. Wer diese Räuberpistole vom fleißigen Krisen-Kai jetzt noch glaubt, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten! Aber bitte, vergessen wir an dieser Stelle nicht: Es gilt selbstverständlich die unumstößliche Unschuldsvermutung. Vielleicht hat er ja beim Vorhand-Cross mental die Netzinfrastruktur Berlins gerettet. Wir werden es wohl nie erfahren – aber es interessiert uns ehrlich gesagt auch nicht mehr!
Die Kuh lernt das Fliegen
Von Bürgernähe und echtem Einsatz in der Katastrophe versteht dieser Mann jedenfalls so viel wie die sprichwörtliche Kuh vom Fliegen. Dass nun die Reißleine gezogen und die Spitzenkandidatur zersägt wurde, ist das einzig logische Ergebnis. Jetzt muss der gute Kai eigentlich nur noch den restlichen Job räumen, dem er ganz offensichtlich nicht mal im Ansatz gewachsen ist, und Berlin hätte tatsächlich wieder eine Zukunft jenseits von rückgratbefreiten, konservativen Seilschaften.
Der Machtfaktor stellt fest: Wer in der Krise lieber den Schläger schwingt, als den Saftladen am Laufen zu halten, der wird vom Wähler eben gnadenlos vom Platz gestellt. Herr Wegner, packen Sie Ihre Sporttasche und machen Sie den Court frei für Leute, die wissen, wo der Hauptschalter der Stadt liegt! Spiel, Satz und Sieg für die Realität. Mahlzeit!
Was haltet ihr von Kai Wegners Rückzug von der Spitzenkandidatur nach dem Tennis-Skandal? Findet ihr es auch absolut unverschämt, wie hier versucht wurde, ein sportliches Mittags-Match im Blackout als „Krisenmanagement ab 8 Uhr morgens“ zu verkaufen, oder gilt für euch weiterhin die absolute Unschuldsvermutung? Schreibt mir eure ungeschminkte Meinung in die Kommentare!
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