Samstag, 27. Juni 2026

Das Wolfsburger Schlachtfest: Wie das VW-Management 100.000 Existenzen an die Wand fährt

Manchmal fragt man sich wirklich, ob in den Vorstandsetagen der deutschen Automobilindustrie überhaupt noch ein Restfunke von Verstand existiert. Am heutigen Samstag brennt bei Spiegel Online die Hütte: „Autobauer in der Krise: Volkswagen will bis zu 100.000 Stellen streichen“. 100.000! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Soll man da jetzt Mitleid heucheln ob der hochbezahlten Idioten, die diesen einstigen Vorzeigekonzern sehenden Auges in den Ruin lenken?

Jahrzehntelang wurden zukunftsweisende Entwicklungen wie die Elektromobilität negiert, ignoriert und sabotiert. Stattdessen hat man einen kriminellen Abgasskandal vom Zaun gebrochen, der den Konzern Milliarden an Strafzahlungen kostete. Noch vor wenigen Jahren spuckte man in Wolfsburg derart große Töne, man werde bald Toyota überholen und der weltgrößte Autokonzern werden. Und heute? Heute backt VW so winzige Brötchen, dass man sie mit bloßem Auge kaum noch erkennen kann. Nur billiger werden die Kisten komischerweise trotzdem nicht.

Schuld sind wie immer… die anderen!

Und wer trägt die Schuld an diesem monumentalen Desaster? Der Vorstand? Das unfähige Management? Weit gefehlt! In der perversen Logik des Raubtierkapitalismus sind es natürlich die Mitarbeiter. Zu hoch bezahlt seien sie, mit unverdienten Sozialleistungen gepampert – und obendrein haben die ungezogenen Bandarbeiter am Ende wahrscheinlich auch noch auf die managementverordnete vegane Currywurst geschissen, obwohl die fleischliche Lust doch angeblich so ungesund ist!

Jetzt macht VW große Teile seines Scheißladens einfach dicht, weil sie – sagen wir es mal mit all der uns verbliebenen Liebe und Zuneigung zu deutschen Autos – schlicht zu blöd sind, um Fahrzeuge zu bauen, die der Markt zu diesen Mondpreisen überhaupt noch annehmen will. Wenn China billige Wegschmeißautos anbietet und die Leute das kaufen wie blöd, dann muss ich als Traditionskonzern entweder selbst bezahlbare Qualität fabrizieren oder politisch verhindern, dass der chinesische Mist unseren Markt überschwemmt.

Ich selbst fahre übrigens seit Jahrzehnten viel lieber Citroën. Nicht, weil die Franzosen die absoluten Wunderautos bauen, sondern weil sie echte Innovationen boten und bis heute einen angemessenen Preis dafür verlangen. Denken wir nur an die legendäre DS, die „Göttin“, ein absolut fantastisches Auto! Oder die Ente – bis heute ein Mythos, ich besaß selbst drei Stück davon. Erinnern wir uns an den Citroën Méhari, ein genialer Strand- und Geländewagen ohne Allrad, der im Gegensatz zum blöden, hässlichen VW 181 der Bundeswehr wenigstens bezahlbar war. Der VW-Kübel war dagegen so teuer, als sei er aus purem Gold gepresst worden. Oder der Citroën BX und CX mit der unnachahmlichen hydropneumatischen Federung – wahre Raummonster für Familien. Und was lieferte VW als Antwort? Den Sharan? Ein stinklangweiliges Brot-und-Butter-Auto, das am Ende doppelt so viel kostete wie das französische Pendant.

Die Quittung für den naiven China-Flirt

Aber bleiben wir beim Thema VW. Man darf ja nicht vergessen: Volkswagen gehörte zu den allerersten Konzernen, die in China eigene Werke hochzogen, um den dortigen Aufschwung für den schnellen Profit auszuschlachten. Mit welchem Erfolg? Die Gewinne mussten auf Befehl des chinesischen Staats direkt wieder in China investiert werden. Die VW-eigenen Entwicklungen wurden im Rahmen von Joint Ventures dankbar abgegriffen oder gleich per Industriespionage komplett eingesackt. Und als die Märkte drüben einbrachen, ging das große Gejammer los.

Das, was das VW-Management weltweit sehenden Auges verdaddelt hat, müssen jetzt die deutschen Arbeitnehmer ausbaden. Unvermögen, Arroganz und Dummheit scheinen in Deutschlands Chefetagen mittlerweile die am höchsten geschätzten Fähigkeiten zu sein – und auf diesem Gebiet sind wir absolute Weltspitze! Gewinneinbrüche in Asien bedeuten eben radikale Einsparungen in Deutschland. Und das Schlimmste: VW steht nicht allein da. Mercedes? Gewinneinbrüche in China, Entlassungen in Deutschland! BMW? Genau dasselbe Lied!

Willkommen im Wirtschaftswunder-Ausbeutungsland

Und das Allerschönste dabei ist: Dieses miese Spiel funktioniert auch noch. Die Politik verfällt in Panik, heult im gleichen Chor mit, hetzt auf die angeblich „faulen“ Arbeitnehmer und schenkt den Bürgern via Renten- und Krankenkassenreform im Vorbeigehen gleich noch ordentlich einen ein.

Da passt es wie die Faust aufs Auge, wie gestern erst der Mercedes-Vorstand völlig ungeniert fordern durfte, dass „wir“ in Deutschland endlich wieder bereit sein müssen, die 35-Stunden-Woche über Bord zu werfen und für das gleiche Geld gefälligst deutlich länger zu knüppeln!

Herzlich willkommen im Wirtschaftswunder-Abenteuerland der 1950er-Jahre! Weg mit den Arbeitszeitgesetzen, weg mit der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, weg mit dem vielen Urlaub und den bezahlten Überstunden – und weg natürlich mit der Regelaltersgrenze. Dank moderner Gentechnik können wir die Lebensarbeitszeit für jeden Sklaven künftig vorab individuell festlegen! Heißa, was für ein Spaß! Das sind doch rosige Zukunftsaussichten. Wenn man es geschickt anstellt, darf der gemeine Arbeiter nach 55 Jahren harter Maloche vielleicht noch ein halbes Jahr Ruhestand genießen, bevor er völlig ausgepowert sozialverträglich frühablebt. Keine Probleme mehr mit der Rentenkasse – und die Beamten müssen natürlich weiterhin keinen einzigen Cent einzahlen!

Der Machtfaktor meint: Wenn deutsche Autobosse ihre eigene Unfähigkeit auf dem Rücken von 100.000 Familien abladen, ist die Grenze des Erträglichen erreicht. Schiebt euch eure Rendite-Träume sonst wohin! Mahlzeit!

Was haltet ihr von den massiven Streichplänen bei VW? Ist das die Quittung für jahrzehntelanges Management-Versagen oder sind die deutschen Arbeitskosten wirklich zu hoch? Und wie steht ihr zur Forderung der Bosse nach längeren Arbeitszeiten bei gleichem Lohn? Schreibt mir eure ungeschminkte Meinung in die Kommentare!


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