Wie tief das Chaos sitzt, zeigt die aktuelle Kehrtwende beim Thema Iran. Man muss sich das absurde Schauspiel der letzten Wochen einmal auf der Zunge zergehen lassen:
Erst rennt Trump völlig überstürzt in diesen bewaffneten Konflikt – ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Absprache oder auch nur eine Vorwarnung an die NATO-Verbündeten. Nach nur einer Woche erklärt er den Krieg im Alleingang für beendet, weil er ja „grandios gewonnen“ habe. Seitdem lässt er sich von den Mullahs in Teheran auf der Nase herumtanzen, stößt via Truth Social Drohungen aus und macht sich international komplett lächerlich.
Und jetzt? Plötzlich will der Herr im Weißen Haus nichts mehr überstürzen. Nachdem Außenminister Marco Rubio erst Hoffnungen auf eine schnelle Einigung schürte, ruderte er prompt zurück und erklärte, man könne „eine Atomsache nicht innerhalb von 72 Stunden auf der Rückseite einer Serviette regeln“. Trump selbst warnt plötzlich vor Eile.
Die nackte Realität: Die „Ergebnisse“, die Trump jetzt vielleicht bei einem Abkommen erzielen könnte, wären immer noch um Längen schlechter als alles, was vor seinem Amtsantritt auf dem Tisch lag.
Währenddessen fordert Israels Premierminister „Bibi“ Netanjahu eine knallharte Atom-Klausel, der Iran blockiert, und das gesamte geopolitische Gefüge wackelt.
Die Zeche zahlt der Bürger
Das Schlimmste an diesem unberechenbaren Zickzack-Kurs: Er findet nicht im luftleeren Raum statt. Die Quittung für Trumps außenpolitisches Ego-Theater liegt bereits an den Tankstellen aus.
Die Ölpreise, Benzin und Diesel sind in exorbitante Höhen geschnellt. Der Welthandel leidet massiv unter der Unsicherheit im Nahen Osten, die Lieferketten geraten ins Stocken, und die Inflation frisst das Geld der ganz normalen Bürger auf. Doch diese realwirtschaftlichen Kollateralschäden scheinen den Herrn im Weißen Haus nicht die Bohne zu interessieren, solange die Inszenierung stimmt.
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